Im Sommer 2020 ist das neue Psychofonie-Buch erschienen. Es umfasst 200 Seiten und erklärt die Psychofonie-Methode und ihre Anwendungen grundlegend und leicht fasslich. Besonders eindrücklich sind die vielen Fallbeispiele aus unserer nun 25-jährigen Erfahrung mit Psychofonie. Sie zeigen authentisch, wie sehr Psychofonie den NutzerInnen helfen konnte, ihre Leiden zu überwinden und im Leben wieder Tritt zu fassen. Wer sich kurz und bündig orientieren möchte, dem sei hier mein Buchvernissage-Vortrag dazu empfohlen. In einer Stunde kannst Du erfahren, wie traditionsreich und tief verankert in unserer westlichen Kultur und Forschung diese wunderbare Heilmethode ist.
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Monday, August 3, 2020
Monday, August 22, 2016
Ur-Geräusch - unerhört !
Schon die alten Hochkulturen wussten: Du bist Musik! Uns Heutigen hat es der grosse Hörphilosoph Joachim-Ernst Berendt in vielen Büchern klar gemacht: Hören heilt. Auch die Neurowissenschaft ist jüngst darauf gekommen: Du hast Musik im Kopf. Es gibt nichts, das aus Dir herauskommt, wofür in Dir nicht ein Rhythmus eingestellt wird. Keine Bewegung, keine Äußerung, keine Emotion von Dir geschieht ohne einen spezifischen begleitenden Takt mitten in Deinem Gehirn.
Wir schreiben Dir groß, um zu betonen, dass es hier um etwas ganz Großes geht: um Dich.
Was ist denn so mächtig in Dir, dass Du es geflissentlich übersiehst? Es sind 100 000 000 000 Neurone in deinem Kopf, die untereinander billionenfach verschaltet sind. Diese unvorstellbare Zahl ist mit der Milchstrasse vergleichbar. In klaren Nächten auf den Bergen sehen wir einen kleinen Ausschnitt davon, einen Teil einer Speiche des gigantischen Wirbelrades, das unsere Galaxis ist. Selbst dieser Einblick ist überwältigend, denn Milliarden Sterne verschwimmen zu einem blass leuchtenden, unendlich fein gewobenen Band, in dem nur die näher gelegenen Sonnen einzeln erkennbar hervortreten.
Was ist denn so fern, dass Du es niemals ganz erkennst? Es ist das Universum, von dem Du nur ein winziges Staubkorn bist. Was ist denn so nah, dass Du es niemals umfassend erkennst? Es ist dein Gehirn, das ebenso komplex wie unsere Galaxis ist. Es liegt Dir so nah, dass du es niemals durchschaust, ja, dass Du dich dabei verlierst. Es ist Du selbst. Du bist Dein Gehirn.
Was wir davon erleben, ist der dünne, aber unablässige Strom unseres Bewusstseins, der die Abfolge der meist kleinen, manchmal grösseren, selten überwältigenden Wahrnehmungen, Erlebnisse, Sternstunden bildet. Im Schlaf setzt es sich zeitweise in Träumen fort. Wir können unser Bewusstsein passiv erleben sowie aktiv steuern, gestalten und beschreiben. Aber wir können niemals direkt erleben, was unsere Nächsten erfahren. Deine Nächsten erleben von Dir getrennt ihren eigenen Film. Wenn zwei oder drei beieinder sind, so sind zwei oder drei Parallelwelten beieinander. Die können sich zwar austauschen, in Mimik, Gestik, Sprache, aber es gibt immer die schmerzlich spürbaren Differenzen. Jedes erlebt es anders, was ihm sein je eigenes Gehirn zuspielt.
Sie können zusammen aber auch Musik machen. Und dabei kann etwas Einzigartiges geschehen: Sie geraten zuweilen in ein gemeinschaftliches Erlebnis, eine Art von Trance oder Flow. Es herrscht, so lange die Musik fortdauert, im besten Fall eine weitgehende Übereinstimmung der sonst getrennten Erlebniswelten, es herrscht eine harmonisch gefärbte, rhythmisch durchpulste, fast mit den Händen zu greifende Magie. Wir spüren, dass alle Sinne teilhaben wollen an dem Namenlosen, das hier geschieht. Weil der tonale und rhythmische Informationsaustausch Sekunde für Sekunde so intensiv ist, viel intensiver als durch Sprache oder irgendeine andere Weise der Kommunikation, verschmelzen die Bewusstseinshorizonte. Am besten lässt es sich im Jazz beobachten, wenn die Gruppe frei improvisiert. Hier ist das Bindende am stärksten.
Was würde geschehen, wenn Du die Musik in Deinem Kopf hören könntest? Wenn dir die Rhythmen und Tonfolgen, die alle deine Bewusstseinselemente steuern, hörbar ausgespielt würden? Rilke mag sich das gefragt haben, als er sein Essay “Ur-Geräusch” niederschrieb. 1919 im Palazzo Salis in Soglio brachte er es zu Papier: “In dem oft so eigentümlich wachen und auffordernden Lichte der Kerze war mir soeben die Kronennaht ganz auffallend sichtbar geworden, und schon wusste ich auch, woran sie mich erinnerte: an eine jener unvergessenen Spuren, wie sie einmal durch die Spitze einer Borste in eine kleine Wachsrolle eingeritzt worden waren!” Rilke betrachtete einen menschlichen Schädel, der zum Zweck anatomischer Studien auf seinem Schreibtisch stand. Dessen Kronennaht (Kreuznaht, anatomisch die Naht welche die Scheitelbeine gegen vorn mit dem Stirnband verbindet) erinnerte ihn an die zittrige Spur in der Wachsschicht des ersten Phonographen, an dem er als Junge in der Physikstunde mitgebastelt hatte. Die dort erstmals gehörte Sonifikation seiner oszillographisch eingravierten Stimme war zweifellos eine prägende Erfahrung. Denn er fragte sich - ja es verfolgte ihn jahrelang - was geschehen würde, wenn die Nadel des Grammophons statt einer Tonaufnahme diese Schädelnaht abtasten würde.
“Was wird mir nun immer wieder innerlich vorgeschlagen? Es ist dieses: Die Kronen-Naht des Schädels hat … eine gewisse Ähnlichkeit mit der dicht gewundenen Linie, die der Stift eines Phonographen in den empfangenden rotierenden Zylinder des Apparats eingräbt. Wie nun, wenn man diesen Stift täuschte und ihn, wo er zurückzuleiten hat, über eine Spur lenkte, die nicht aus der graphischen Übersetzung eines Tones stammte, sondern ein an sich natürlich Bestehendes –, gut: sprechen wir es nur aus: eben die Kronennaht wäre –: Was würde geschehen? Ein Ton müsste entstehen, eine Ton-Folge, eine Musik … Gefühle –, welche? Ungläubigkeit, Scheu, Furcht, Ehrfurcht –: ja, welches nur von allen hier möglichen Gefühlen verhindert mich, einen Namen vorzuschlagen für das Ur-Geräusch, welches da zur Welt kommen sollte …
Dieses für einen Augenblick hingestellt: was für irgendwo vorkommende Linien möchte man da nicht unterschieben und auf die Probe stellen? Welche Kontur nicht gewissermaßen auf diese Weise zu Ende ziehen, um sie dann, verwandelt, in einem anderen Sinnes-Bereich herandringen zu fühlen?”
In genau dieser erwartungsvoll-neugierigen Gemütslage unterschieben wir nun, hundert Jahre später, nicht die Kronennaht des Totenschädels, sondern die lebendige “dicht gewundene Linie” des Elektroenzephalogramms dem “Stift des Phonographen”, der - wie könnte es anders sein - heute durch weit raffiniertere Instrumente und Algorithmen ersetzt ist, um als quasi musikalische Klangfolge die chaotisch-rhythmische Ur-Botschaft des lebendigen Gehirns hinüberzubringen in den auditorischen Sinnesbereich, also abzuhören, und sie so umgehend zurück zu koppeln in die Quellgebiete des Bewusstseins in ein und derselben Person, um zu erfahren, was dann geschieht. Diese Ur-Schleife hat es in sich. Rilke hätte sich dafür gewiss ungemein interessiert.
Wir möchten nichts verraten und nicht spekulieren, was dann geschieht. Das solltest Du schon selber probieren und erfahren dürfen. Auf jeden Fall hast Du so etwas Persönliches, so etwa Ur-Eigenes noch nie gehört. Komm zu uns, lass uns Dein “Ur-Geräusch”, dem Rilke keinen Namen zu geben wagte, mit den heutigen Mitteln herstellen und erfahre dessen Wirkung an Dir selbst.
Weiter unten im Text liess Rilke durchblicken, wie stark das wirken kann, wenn er eine Beraterin zitiert, die ausrief, “diese wunderbare, zugleich einsetzende Befähigung und Leistung der Sinne sei doch nichts anderes, als Geistesgegenwart und Gnade der Liebe.” Für Rilke, der sehr unter Widersprüchen und Einseitigkeiten litt, war dieser Versuch aus der Physikstunde das ultimative Experiment, der Schlüssel zur ersehnten Überwindung der Spaltung und Abkabselung, der in der Wiedereingliederung (Re-Integration) aller Sinne liegt. Geben wir ihm, dem Feinsinnigsten unter den Poeten, das letzte Wort: “Sieht man sich aber nun nach einem Mittel um, unter so seltsam abgetrennten Bereichen die schliesslich dringende Verbindung herzustellen, was könnte versprechender sein als jener, in den ersten Seiten dieser Erinnerung angeratene Versuch?”
Willst du dein Ur-Geräusch hören, ruf hier an:
Wir schreiben Dir groß, um zu betonen, dass es hier um etwas ganz Großes geht: um Dich.
Was ist denn so mächtig in Dir, dass Du es geflissentlich übersiehst? Es sind 100 000 000 000 Neurone in deinem Kopf, die untereinander billionenfach verschaltet sind. Diese unvorstellbare Zahl ist mit der Milchstrasse vergleichbar. In klaren Nächten auf den Bergen sehen wir einen kleinen Ausschnitt davon, einen Teil einer Speiche des gigantischen Wirbelrades, das unsere Galaxis ist. Selbst dieser Einblick ist überwältigend, denn Milliarden Sterne verschwimmen zu einem blass leuchtenden, unendlich fein gewobenen Band, in dem nur die näher gelegenen Sonnen einzeln erkennbar hervortreten.
Was ist denn so fern, dass Du es niemals ganz erkennst? Es ist das Universum, von dem Du nur ein winziges Staubkorn bist. Was ist denn so nah, dass Du es niemals umfassend erkennst? Es ist dein Gehirn, das ebenso komplex wie unsere Galaxis ist. Es liegt Dir so nah, dass du es niemals durchschaust, ja, dass Du dich dabei verlierst. Es ist Du selbst. Du bist Dein Gehirn.
Was wir davon erleben, ist der dünne, aber unablässige Strom unseres Bewusstseins, der die Abfolge der meist kleinen, manchmal grösseren, selten überwältigenden Wahrnehmungen, Erlebnisse, Sternstunden bildet. Im Schlaf setzt es sich zeitweise in Träumen fort. Wir können unser Bewusstsein passiv erleben sowie aktiv steuern, gestalten und beschreiben. Aber wir können niemals direkt erleben, was unsere Nächsten erfahren. Deine Nächsten erleben von Dir getrennt ihren eigenen Film. Wenn zwei oder drei beieinder sind, so sind zwei oder drei Parallelwelten beieinander. Die können sich zwar austauschen, in Mimik, Gestik, Sprache, aber es gibt immer die schmerzlich spürbaren Differenzen. Jedes erlebt es anders, was ihm sein je eigenes Gehirn zuspielt.
Sie können zusammen aber auch Musik machen. Und dabei kann etwas Einzigartiges geschehen: Sie geraten zuweilen in ein gemeinschaftliches Erlebnis, eine Art von Trance oder Flow. Es herrscht, so lange die Musik fortdauert, im besten Fall eine weitgehende Übereinstimmung der sonst getrennten Erlebniswelten, es herrscht eine harmonisch gefärbte, rhythmisch durchpulste, fast mit den Händen zu greifende Magie. Wir spüren, dass alle Sinne teilhaben wollen an dem Namenlosen, das hier geschieht. Weil der tonale und rhythmische Informationsaustausch Sekunde für Sekunde so intensiv ist, viel intensiver als durch Sprache oder irgendeine andere Weise der Kommunikation, verschmelzen die Bewusstseinshorizonte. Am besten lässt es sich im Jazz beobachten, wenn die Gruppe frei improvisiert. Hier ist das Bindende am stärksten.
Was würde geschehen, wenn Du die Musik in Deinem Kopf hören könntest? Wenn dir die Rhythmen und Tonfolgen, die alle deine Bewusstseinselemente steuern, hörbar ausgespielt würden? Rilke mag sich das gefragt haben, als er sein Essay “Ur-Geräusch” niederschrieb. 1919 im Palazzo Salis in Soglio brachte er es zu Papier: “In dem oft so eigentümlich wachen und auffordernden Lichte der Kerze war mir soeben die Kronennaht ganz auffallend sichtbar geworden, und schon wusste ich auch, woran sie mich erinnerte: an eine jener unvergessenen Spuren, wie sie einmal durch die Spitze einer Borste in eine kleine Wachsrolle eingeritzt worden waren!” Rilke betrachtete einen menschlichen Schädel, der zum Zweck anatomischer Studien auf seinem Schreibtisch stand. Dessen Kronennaht (Kreuznaht, anatomisch die Naht welche die Scheitelbeine gegen vorn mit dem Stirnband verbindet) erinnerte ihn an die zittrige Spur in der Wachsschicht des ersten Phonographen, an dem er als Junge in der Physikstunde mitgebastelt hatte. Die dort erstmals gehörte Sonifikation seiner oszillographisch eingravierten Stimme war zweifellos eine prägende Erfahrung. Denn er fragte sich - ja es verfolgte ihn jahrelang - was geschehen würde, wenn die Nadel des Grammophons statt einer Tonaufnahme diese Schädelnaht abtasten würde.
“Was wird mir nun immer wieder innerlich vorgeschlagen? Es ist dieses: Die Kronen-Naht des Schädels hat … eine gewisse Ähnlichkeit mit der dicht gewundenen Linie, die der Stift eines Phonographen in den empfangenden rotierenden Zylinder des Apparats eingräbt. Wie nun, wenn man diesen Stift täuschte und ihn, wo er zurückzuleiten hat, über eine Spur lenkte, die nicht aus der graphischen Übersetzung eines Tones stammte, sondern ein an sich natürlich Bestehendes –, gut: sprechen wir es nur aus: eben die Kronennaht wäre –: Was würde geschehen? Ein Ton müsste entstehen, eine Ton-Folge, eine Musik … Gefühle –, welche? Ungläubigkeit, Scheu, Furcht, Ehrfurcht –: ja, welches nur von allen hier möglichen Gefühlen verhindert mich, einen Namen vorzuschlagen für das Ur-Geräusch, welches da zur Welt kommen sollte …
Dieses für einen Augenblick hingestellt: was für irgendwo vorkommende Linien möchte man da nicht unterschieben und auf die Probe stellen? Welche Kontur nicht gewissermaßen auf diese Weise zu Ende ziehen, um sie dann, verwandelt, in einem anderen Sinnes-Bereich herandringen zu fühlen?”
In genau dieser erwartungsvoll-neugierigen Gemütslage unterschieben wir nun, hundert Jahre später, nicht die Kronennaht des Totenschädels, sondern die lebendige “dicht gewundene Linie” des Elektroenzephalogramms dem “Stift des Phonographen”, der - wie könnte es anders sein - heute durch weit raffiniertere Instrumente und Algorithmen ersetzt ist, um als quasi musikalische Klangfolge die chaotisch-rhythmische Ur-Botschaft des lebendigen Gehirns hinüberzubringen in den auditorischen Sinnesbereich, also abzuhören, und sie so umgehend zurück zu koppeln in die Quellgebiete des Bewusstseins in ein und derselben Person, um zu erfahren, was dann geschieht. Diese Ur-Schleife hat es in sich. Rilke hätte sich dafür gewiss ungemein interessiert.
Wir möchten nichts verraten und nicht spekulieren, was dann geschieht. Das solltest Du schon selber probieren und erfahren dürfen. Auf jeden Fall hast Du so etwas Persönliches, so etwa Ur-Eigenes noch nie gehört. Komm zu uns, lass uns Dein “Ur-Geräusch”, dem Rilke keinen Namen zu geben wagte, mit den heutigen Mitteln herstellen und erfahre dessen Wirkung an Dir selbst.
Weiter unten im Text liess Rilke durchblicken, wie stark das wirken kann, wenn er eine Beraterin zitiert, die ausrief, “diese wunderbare, zugleich einsetzende Befähigung und Leistung der Sinne sei doch nichts anderes, als Geistesgegenwart und Gnade der Liebe.” Für Rilke, der sehr unter Widersprüchen und Einseitigkeiten litt, war dieser Versuch aus der Physikstunde das ultimative Experiment, der Schlüssel zur ersehnten Überwindung der Spaltung und Abkabselung, der in der Wiedereingliederung (Re-Integration) aller Sinne liegt. Geben wir ihm, dem Feinsinnigsten unter den Poeten, das letzte Wort: “Sieht man sich aber nun nach einem Mittel um, unter so seltsam abgetrennten Bereichen die schliesslich dringende Verbindung herzustellen, was könnte versprechender sein als jener, in den ersten Seiten dieser Erinnerung angeratene Versuch?”
Willst du dein Ur-Geräusch hören, ruf hier an:
Gratis Info Tel. Schweiz 044 715 54 27 oder bruno.fricker@spectralab.ch
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Friday, July 29, 2016
Thursday, October 7, 2010
Das Hirn ist kein Computer
Der Film über Psychofonie beginnt bei Minute 8:30 (Glider nach rechts vorschieben)
„Das Hirn ist kein Computer – es arbeitet wie ein Herz, nämlich rhythmisch“, sagte Daniel Jeanmonod, Neurochirurg am Universitätsspital-Zürich. In der Tat leiden in der Schweiz gegen 20000 Menschen an Rhythmusstörungen im Thalamus, einer walnussähnlichen Formation mitten im Hirn. Winzige Zellgruppen feuern dort dysrhythmisch, nicht im Takt, wodurch sie das riesige Nerven-Orchester des Thalamus empfindlich stören. Zwischen Hirnrinde und Thalamus steigen diese Rhythmusbotschaften auf und ab. Es gibt keine Funktion, die aus dem Hirn kommt, die nicht durch Thalamus-Rhythmen gesteuert ist! Über der Hirnrinde kann das Spiel durch den Schädel hindurch mit oberflächlichen EEG-Elektroden elektrisch abgehört werden. In diesem Orchester mitten im Gehirn sitzen zuweilen auch schlechte Musiker, die für scheinbar so verschiedene Leiden wie chronisch neurogene Schmerzen, Tinnitus, Formen der Epilepsie, Parkinson, Impulsstörungen, alle in heftigster Ausprägung, ursächlich verantwortlich sind. Jeanmonod schaltet sie mit Hitzesonden, neuerdings sogar unblutig mit Schallwellen aus, die aus 1000 Lautsprecherchen von aussen, durch den Schädel hindurch, den Thalamus kubikmillimetergenau treffen. Bemerkenswert ist, dass die Ausschaltung zwar plötzlich erfolgt, die Auflösung der Symptome aber Wochen dauern kann, bis im Thalamus ein neues Konzertprogramm einstudiert ist, das ohne diese störenden Musiker auskommt. Weil damit auch grosse Ängste verbunden sind, wird dieser Heilungsprozess psychotherapeutisch begleitet.
In der Psychofonie benützen wir einen ähnlichen Weg: Wir nehmen das EEG in einem Moment, wo es nicht durch Symptome gestört ist, wenn es dem Patienten gut geht also, und wandeln es in Schallwellen um. Dies geschieht im Labor mit dem Computer, dergestalt, dass eine Notenpartitur entsteht. Die Notenschrift hat sich seit Jahrhunderten für das Musikhören bewährt. Im Computer lassen wir Lieblingsinstrumente des Patienten die Notenlinien spielen und brennen davon einen Hör-CD, fertig ist das Musikament. PULS im SF1 hat neuerdings darüber berichtet (s. Film oben). Mit Psychofonie geht es wie nach der minimal invasiven Hirnoperation: Die Symptome werden immer kleiner, bis sie nach Wochen Hörtraining (sprich Psychotherapie) ganz wegbleiben. Sie verschwinden ganz einfach. Das kann erschrecken, wenn man jahrelang unter schwerster Migräne gelitten und nichts geholfen hat!
Solche Heilmethoden mögen traditionellen neurologischen Paradigmen widersprechen. Auf den zweiten Blick aber entsprechen Sie einem neueren Verständnis komplexer Natur, die auch im Hirn immer nach neuen Fliessgleichgewichten strebt. Die damit befasste Synergetik wurde von den besten Köpfen der Naturwissenschaft längst entdeckt. Es gibt, wie sie fanden, keinen Dirigenten, der im Thalamus den Taktstock schwingt, es ist das Ensemble selbst, das aus sich heraus das Wunder lebendiger Musik hervorbringt. In selbstähnlicher Entsprechung hebt die vielfach grössere Hirnrinde ebenso zu schwingen an. Es ist ein anerkanntes Todeszeichen, dass dieses EEG-Schwingen versiegt. Achtsame Menschen wissen, dass sie im Innersten Musik sind, so wie auch die Planeten und die Sterne singen. Die Heilung liegt im Wiederfinden der je eigenen Musik. Wenn jemand sagt, ich brauche keine Psychofonie, ich habe meine Musik, die mir hilft, Trost, Ruhe, Erholung, Schmerzlosigkeit und Heilung zu finden, antworte ich, das glaube ich Ihnen. Fahren Sie damit fort. Doch viele Menschen glauben nicht an die Kraft der richtigen Musik, oder wissen nicht, welche Musik für sie die Beste ist. Ihnen allen steht nun die Psychofonie zu Dienste. Seit 15 Jahren haben wir einen Weg erprobt, über welchen das wirksame Musikament individuell hergestellt werden kann, aus einem einzigen perönlichen EEG. Wir wissen aus Studien und Erhebungen, wovon wir sprechen. Für Menschen, die ihre eigene Psychofonie bekommen, ist es eine Art "nach Hause kommen", wenn sie es hören. Sie dürfen festhalten: So tönt mein Hirn, wenn es mir gut geht. Das wirkt! Wie sehr es wirkt, zeigt die neueste Studie im Originalartikel von Bruno Fricker und Burkhardt Seifert: Langzeiterfolge mit Psychofonie - Schmerzlinderung und Entspannung durch EEG-basierte Klangfolgen. Die schweizerische Arzt- & Spitalrevue, Nr. 1-2, 2010, S.48-50. (Link)
_____________________
Irène Dietschi: Operieren ohne Skalpell, Gehirnoperationen mit Ultraschall, 21. Juni 2009, NZZ am Sonntag (Link)
Daniel Jeanmonod: Hirnrhythmen in Gesundheit und Krankheit. Psychofonie-Symposium. 2001 (Link)
György Buzsáki: Rhythms of the Brain. Oxford University Press, 2006, 448 p.
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Monday, June 8, 2009
Berührungspunkt

Auf der Suche nach einem bessern Verständnis seiner Medizinphysik begegnet der Nachdiplomstudent in Psychofonie einem erfahrenen Kopfwehspezialisten. Die beiden hatten schon vor Jahren ein Problem mit einem neuen Messgerät für Aktionspotentiale gemeinsam gelöst und verstanden sich von da her nicht schlecht. Der Neurologe weiss die Kompetenz und Zuverlässigkeit des Medizinphysikers zu schätzen, der ihm in einer mehrstündigen Fernoperation über Nacht ein Computerprogramm wiederhergestellt hatte. Wäre dies nicht gelungen, hätte der Neurologe, der in jener Nacht unruhig schlief, frühmorgens eine Reihe von Patiententerminen absagen müssen, was ihm die Vorstadtklientel da und dort übelgenommen hätte. Schon während seines Studiums frönte der Medizinphysiker seiner beruflichen Leidenschaft, er baute medizinische Geräte, um in den Biosignalen versteckte Informationen darstellen zu können. Er gründete zu diesem Zweck eine eigene Firma, als seine Kollegen am Institut noch Doktorgrade anstrebten. Infolgedessen geniesst er heute die Ungebundenheit, fühlt aber den Stachel fehlender akademischer Würde, was ihn umso stärker an die medizinische Wissenschaft bindet. So umkreist und umkreist er die tollen Ergebnisse seiner Neurocomputer und seiner Kopfschmerz-Neurotherapie mit wissenschaftlichen Überlegungen und Narrenfreiheit, stellt Hypothesen auf, testet diese im Feldversuch, studiert die Geschichte der Neurophysiologie und findet, dass sich die hiesige Neurologie nicht angemessen entwickelte in Bezug auf die Vorgänge im Zwischenhirn und die von dort gesteuerten vegetativen Funktionen, trotz des Zürcher Nobelpreises anno 1949. Die Zwischenzeit wurde für adäquate Forschung definitiv zu wenig genutzt. Nicht zuletzt wegen der Shareholder entwickelte sie sich einseitig pharmakologisch. Sonst wäre heute viel mehr Verständnis vorhanden für die Psychofonie.
In dieser Zirkumambulation der brachliegenden vegetativen Medizin stiess der Student auf eine Arbeit über MUK des Kopfwehspezialisten. "Durch Medikamenten-Überkonsum verursachte Kopfschmerzen (MUK) kommen bei rund 1% der Gesamtbevölkerung vor", liess dieser verlauten und setzte hinzu, "mit einer starken Zunahme der Prävalenz in den kommenden Jahren (heute) ist insbesondere bei Jugendlichen zu rechnen... Therapie der Wahl ist der Entzug des verursachenden Medikaments." Diese Paradoxie hatte den Nachdiplomstudenten in Psychofonie schon immer schwer irritiert, die Medizin gibt die Medikamente, die sie später wieder entziehen muss. Ist es der Wissenschaft und Weisheit letzter Schluss, so zu (be-)handeln? Offenbar schon, denn die offiziellen Richtlinien der Kopfwehtherapie lassen sich genau so lesen. Frei denkende Forscher, etwa der grosse Migränekenner Oliver Sacks, bezeichnet dieses Vorgehen als «irrwitzige Polypharmazie»[1]. Man muss wissen, dass des Medizinphysikers liebstes Kind die Psychofonie ist, die unter anderem selbst ein wirksames Migränemittel ist, und erst noch eines, das sich vom EEG und damit von der funktionellen Organisation des Zwischenhirns herleitet. Die Veröffentlichung über MUK ist dem Medizinphysiker deshalb wie ein ermutigender Fingerzeig vorgekommen. Wagte hier ein Kopfwehspezialist seinen Kollegen die Stirn zu bieten? Deshalb schrieb der Medizinphysiker eine E-Mail und sprach den Kopfwehspezialisten auf den neuen Berührungspunkt an. Die Antwort kam, aber anders als erwartet (Antwortmail hier gekürzt):
„... Ich kann mit der Psychophonie sehr wenig anfangen. Für mich ist es eine zwar in gewissen Fällen wirksame Methode gegen Kopfschmerzen. ... Entspannen können sich Kopfwehpatienten, indem sie sich während derselben Zeit ansprechende beruhigende Musik anhören. Das hilft genauso gut wie Psychophonie!
Da bei Schmerzen derjenige Recht hat, welcher sie bessert oder gar beseitigt, lasse ich Sie und ihre Patienten im Glauben, die Psychofonie sei besser, Hauptsache sie hilft!"
Heiterer Blitz und Donnerschlag! durchfuhr es den kreativen Gerätebauer. Und das in einer Zeit, in der 70% der Bürger für mehr Komplementärmedizin einstehen. Nicht nur darin, dass man Psychofonie mit «ph» zu schreiben hat (damit man sie mit der Gesangstherapie in Frankreich verwechselt), man lässt uns und «unsere» Patienten «im Glauben», die Psychofonie sei besser. Statt unsere sorgfältigen Studien erst zu nehmen, tut man sie mit Ausrufezeichen als Pseudowissenschaft ab. Sind denn «unsere» Patienten nicht auch ihre Patienten? Sind denn nicht die meisten dieser Patienten schulmedizinisch austherapiert und von der Polypharmazie enttäuscht, viele schwer geschädigt, entzugsbedürftig, miserabel eingestellt, hilflos im Regen stehen gelassen? Wie deckt sich eine solche Abfuhr mit der vom Professor drei Jahre früher publizierten Sorge wegen «einer starken Zunahme der MUK-Prävalenz in den kommenden Jahren». Dreimal täglich 10 Minuten beruhigende Musik zu hören helfe genauso... Wie entwickelte sich die MUK-Krankeitshäufigkeit «insbesondere bei Jugendlichen», die täglich stundenlang Musikhören? Sind unsere Studien nur Tam-Tam? Dabei wurde randomisiert und doppelblind und multizentrisch[2] schon nachgewiesen, dass bereits eine Psychofonie nach patienteneigenem EEG statistisch signifikant besser wirkt im Vergleich zu Musik mit Klangfolgen, die ununterscheidbar gleich klingen. Wären die MUK-Betroffenen nicht schon von sich aus auf diese Möglichkeit gekommen, hätten sie sich nicht selbst mit Musik aus dem Elend geholfen, wenn das mit Musik funktionieren würde? Warum hat nicht jeder Neurologe eine musikalische Apotheke in seiner Praxis, wenn beruhigende Musik doch genauso hilft? Gibt es nicht Menschen, die mit aufreizenden Techno-Beats ihre Verspannungen lösen? Haben die Neurologen denn kein Verständnis dafür, dass bei der Kopfschmerz-Beseitigung mit Psychofonie eine vegetative Konditionierung stattfinden könnte, die wie bei der Dressur von Säugetieren 4 Monate braucht, bis sie sich verfestigt, während die Entspannungswirkung schon sofort nach Psychofonie-Therapiebeginn spürbar ist. - Solche Gedanken fuhren dem Medizinphysiker durch den Geist.
Sind die Migräneärzte nach vielen Jahren Ausbildung und Praxiserfahrung nicht einfach blind für das enorme Placebo-Potential des EEGs, das in der Psychofonie über das Gehör regularisierend wirkt? A priori bodigen sie folglich die Psychofoniemethode, «weil nicht sein kann, was nicht sein darf». Betroffenen Patienten indessen leuchtet ein solcher Zusammenhang oft unmittelbar ein. Selbst wenn aus heutiger Sicht der neurophysiologische Regelkreis über das vertonte EEG noch schwer verstanden werden kann – auch wenn die Black-Box der Umwandlung in Klänge geöffnet würde[3] – so liegt es doch auf der Hand, dass kein Biosignal so nah am subjektiven Erleben haftet und alle Beeinträchtigung durch Leiden und Schmerzen, aber auch die Selbstvergessenheit des gesunden Wohlbefindens so direkt und sekundenschnell auszudrücken vermag, wie das EEG. Das EEG ist das einzig messbare Abbild meines momentanen Befindens, das durch das vegetative System erzeugt wird in meinem innersten personalen Kern. Das EEG, in Musiknoten ausgedrückt, ist deshalb ein ideales Medium einer Selbstbegegnung, was zumindest einen heilenden Placebo-Effekt im besten Sinne wieder und wieder anstossen kann. Jeder Patient darf und soll wissen, dass in der Psychofonie sein ureigenes EEG dargereicht wird, ein Abbild von damals, als er und sie in einem bestmöglichen Zustand waren.
Das wirkt! Was nachgewiesen wurde! Nach 10 Jahren Psychofonie-Forschung gibt es keinen Grund mehr, diese Resultate zu verachten und die Wirkung kleinzureden. Es ist längst Fakt, man muss keinen Glauben bemühen. Wohl braucht es aber etwas weniger Voreingenommenkeit, dafür mehr Wertschätzung für das Elektroenzephalogramm, in welchem u.a. Petsche, Lehmann und Protesenkonstrukteure längst einen Ausdruck höherer und höchster Hirnfunktionen nachgewiesen haben.
_______________________
[1] Begriff in Anlehnung an James Lance, President of the International Headache Society 1987-89 und Preisträger der American Association for the Study of Headache. Es hat 50 Jahre gebraucht, bis die Neurologie anerkannte, dass die im Tierversuch gefundene Spreading-Depression oder kortikale Streudepolarisierung dasselbe wie eine Migräne-Aura ist, dass mit anderen Worten Tiere auch Migräne haben.
[2] Trinka E, Unterrainer J, Luthringshausen G, Iglseder B, Ladurner G, Loew T, Trzopek HG. An Auditory Electrophysiological Intervention in Migraine: A Randomized Placebo Controlled Add On Trial. J Neurotherapy 2002;6(2):21-30
[3] Das Verfahren der Psychofonie-Tonumwandlung wurde eigentlich in der oben erwähnten Doppelblind-Studie schon recht genau beschrieben. Hier ist dieser Text:


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