Im Sommer 2020 ist das neue Psychofonie-Buch erschienen. Es umfasst 200 Seiten und erklärt die Psychofonie-Methode und ihre Anwendungen grundlegend und leicht fasslich. Besonders eindrücklich sind die vielen Fallbeispiele aus unserer nun 25-jährigen Erfahrung mit Psychofonie. Sie zeigen authentisch, wie sehr Psychofonie den NutzerInnen helfen konnte, ihre Leiden zu überwinden und im Leben wieder Tritt zu fassen. Wer sich kurz und bündig orientieren möchte, dem sei hier mein Buchvernissage-Vortrag dazu empfohlen. In einer Stunde kannst Du erfahren, wie traditionsreich und tief verankert in unserer westlichen Kultur und Forschung diese wunderbare Heilmethode ist.
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Monday, August 3, 2020
Friday, July 29, 2016
Thursday, October 7, 2010
Das Hirn ist kein Computer
Der Film über Psychofonie beginnt bei Minute 8:30 (Glider nach rechts vorschieben)
„Das Hirn ist kein Computer – es arbeitet wie ein Herz, nämlich rhythmisch“, sagte Daniel Jeanmonod, Neurochirurg am Universitätsspital-Zürich. In der Tat leiden in der Schweiz gegen 20000 Menschen an Rhythmusstörungen im Thalamus, einer walnussähnlichen Formation mitten im Hirn. Winzige Zellgruppen feuern dort dysrhythmisch, nicht im Takt, wodurch sie das riesige Nerven-Orchester des Thalamus empfindlich stören. Zwischen Hirnrinde und Thalamus steigen diese Rhythmusbotschaften auf und ab. Es gibt keine Funktion, die aus dem Hirn kommt, die nicht durch Thalamus-Rhythmen gesteuert ist! Über der Hirnrinde kann das Spiel durch den Schädel hindurch mit oberflächlichen EEG-Elektroden elektrisch abgehört werden. In diesem Orchester mitten im Gehirn sitzen zuweilen auch schlechte Musiker, die für scheinbar so verschiedene Leiden wie chronisch neurogene Schmerzen, Tinnitus, Formen der Epilepsie, Parkinson, Impulsstörungen, alle in heftigster Ausprägung, ursächlich verantwortlich sind. Jeanmonod schaltet sie mit Hitzesonden, neuerdings sogar unblutig mit Schallwellen aus, die aus 1000 Lautsprecherchen von aussen, durch den Schädel hindurch, den Thalamus kubikmillimetergenau treffen. Bemerkenswert ist, dass die Ausschaltung zwar plötzlich erfolgt, die Auflösung der Symptome aber Wochen dauern kann, bis im Thalamus ein neues Konzertprogramm einstudiert ist, das ohne diese störenden Musiker auskommt. Weil damit auch grosse Ängste verbunden sind, wird dieser Heilungsprozess psychotherapeutisch begleitet.
In der Psychofonie benützen wir einen ähnlichen Weg: Wir nehmen das EEG in einem Moment, wo es nicht durch Symptome gestört ist, wenn es dem Patienten gut geht also, und wandeln es in Schallwellen um. Dies geschieht im Labor mit dem Computer, dergestalt, dass eine Notenpartitur entsteht. Die Notenschrift hat sich seit Jahrhunderten für das Musikhören bewährt. Im Computer lassen wir Lieblingsinstrumente des Patienten die Notenlinien spielen und brennen davon einen Hör-CD, fertig ist das Musikament. PULS im SF1 hat neuerdings darüber berichtet (s. Film oben). Mit Psychofonie geht es wie nach der minimal invasiven Hirnoperation: Die Symptome werden immer kleiner, bis sie nach Wochen Hörtraining (sprich Psychotherapie) ganz wegbleiben. Sie verschwinden ganz einfach. Das kann erschrecken, wenn man jahrelang unter schwerster Migräne gelitten und nichts geholfen hat!
Solche Heilmethoden mögen traditionellen neurologischen Paradigmen widersprechen. Auf den zweiten Blick aber entsprechen Sie einem neueren Verständnis komplexer Natur, die auch im Hirn immer nach neuen Fliessgleichgewichten strebt. Die damit befasste Synergetik wurde von den besten Köpfen der Naturwissenschaft längst entdeckt. Es gibt, wie sie fanden, keinen Dirigenten, der im Thalamus den Taktstock schwingt, es ist das Ensemble selbst, das aus sich heraus das Wunder lebendiger Musik hervorbringt. In selbstähnlicher Entsprechung hebt die vielfach grössere Hirnrinde ebenso zu schwingen an. Es ist ein anerkanntes Todeszeichen, dass dieses EEG-Schwingen versiegt. Achtsame Menschen wissen, dass sie im Innersten Musik sind, so wie auch die Planeten und die Sterne singen. Die Heilung liegt im Wiederfinden der je eigenen Musik. Wenn jemand sagt, ich brauche keine Psychofonie, ich habe meine Musik, die mir hilft, Trost, Ruhe, Erholung, Schmerzlosigkeit und Heilung zu finden, antworte ich, das glaube ich Ihnen. Fahren Sie damit fort. Doch viele Menschen glauben nicht an die Kraft der richtigen Musik, oder wissen nicht, welche Musik für sie die Beste ist. Ihnen allen steht nun die Psychofonie zu Dienste. Seit 15 Jahren haben wir einen Weg erprobt, über welchen das wirksame Musikament individuell hergestellt werden kann, aus einem einzigen perönlichen EEG. Wir wissen aus Studien und Erhebungen, wovon wir sprechen. Für Menschen, die ihre eigene Psychofonie bekommen, ist es eine Art "nach Hause kommen", wenn sie es hören. Sie dürfen festhalten: So tönt mein Hirn, wenn es mir gut geht. Das wirkt! Wie sehr es wirkt, zeigt die neueste Studie im Originalartikel von Bruno Fricker und Burkhardt Seifert: Langzeiterfolge mit Psychofonie - Schmerzlinderung und Entspannung durch EEG-basierte Klangfolgen. Die schweizerische Arzt- & Spitalrevue, Nr. 1-2, 2010, S.48-50. (Link)
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Irène Dietschi: Operieren ohne Skalpell, Gehirnoperationen mit Ultraschall, 21. Juni 2009, NZZ am Sonntag (Link)
Daniel Jeanmonod: Hirnrhythmen in Gesundheit und Krankheit. Psychofonie-Symposium. 2001 (Link)
György Buzsáki: Rhythms of the Brain. Oxford University Press, 2006, 448 p.
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Monday, June 8, 2009
Berührungspunkt

Auf der Suche nach einem bessern Verständnis seiner Medizinphysik begegnet der Nachdiplomstudent in Psychofonie einem erfahrenen Kopfwehspezialisten. Die beiden hatten schon vor Jahren ein Problem mit einem neuen Messgerät für Aktionspotentiale gemeinsam gelöst und verstanden sich von da her nicht schlecht. Der Neurologe weiss die Kompetenz und Zuverlässigkeit des Medizinphysikers zu schätzen, der ihm in einer mehrstündigen Fernoperation über Nacht ein Computerprogramm wiederhergestellt hatte. Wäre dies nicht gelungen, hätte der Neurologe, der in jener Nacht unruhig schlief, frühmorgens eine Reihe von Patiententerminen absagen müssen, was ihm die Vorstadtklientel da und dort übelgenommen hätte. Schon während seines Studiums frönte der Medizinphysiker seiner beruflichen Leidenschaft, er baute medizinische Geräte, um in den Biosignalen versteckte Informationen darstellen zu können. Er gründete zu diesem Zweck eine eigene Firma, als seine Kollegen am Institut noch Doktorgrade anstrebten. Infolgedessen geniesst er heute die Ungebundenheit, fühlt aber den Stachel fehlender akademischer Würde, was ihn umso stärker an die medizinische Wissenschaft bindet. So umkreist und umkreist er die tollen Ergebnisse seiner Neurocomputer und seiner Kopfschmerz-Neurotherapie mit wissenschaftlichen Überlegungen und Narrenfreiheit, stellt Hypothesen auf, testet diese im Feldversuch, studiert die Geschichte der Neurophysiologie und findet, dass sich die hiesige Neurologie nicht angemessen entwickelte in Bezug auf die Vorgänge im Zwischenhirn und die von dort gesteuerten vegetativen Funktionen, trotz des Zürcher Nobelpreises anno 1949. Die Zwischenzeit wurde für adäquate Forschung definitiv zu wenig genutzt. Nicht zuletzt wegen der Shareholder entwickelte sie sich einseitig pharmakologisch. Sonst wäre heute viel mehr Verständnis vorhanden für die Psychofonie.
In dieser Zirkumambulation der brachliegenden vegetativen Medizin stiess der Student auf eine Arbeit über MUK des Kopfwehspezialisten. "Durch Medikamenten-Überkonsum verursachte Kopfschmerzen (MUK) kommen bei rund 1% der Gesamtbevölkerung vor", liess dieser verlauten und setzte hinzu, "mit einer starken Zunahme der Prävalenz in den kommenden Jahren (heute) ist insbesondere bei Jugendlichen zu rechnen... Therapie der Wahl ist der Entzug des verursachenden Medikaments." Diese Paradoxie hatte den Nachdiplomstudenten in Psychofonie schon immer schwer irritiert, die Medizin gibt die Medikamente, die sie später wieder entziehen muss. Ist es der Wissenschaft und Weisheit letzter Schluss, so zu (be-)handeln? Offenbar schon, denn die offiziellen Richtlinien der Kopfwehtherapie lassen sich genau so lesen. Frei denkende Forscher, etwa der grosse Migränekenner Oliver Sacks, bezeichnet dieses Vorgehen als «irrwitzige Polypharmazie»[1]. Man muss wissen, dass des Medizinphysikers liebstes Kind die Psychofonie ist, die unter anderem selbst ein wirksames Migränemittel ist, und erst noch eines, das sich vom EEG und damit von der funktionellen Organisation des Zwischenhirns herleitet. Die Veröffentlichung über MUK ist dem Medizinphysiker deshalb wie ein ermutigender Fingerzeig vorgekommen. Wagte hier ein Kopfwehspezialist seinen Kollegen die Stirn zu bieten? Deshalb schrieb der Medizinphysiker eine E-Mail und sprach den Kopfwehspezialisten auf den neuen Berührungspunkt an. Die Antwort kam, aber anders als erwartet (Antwortmail hier gekürzt):
„... Ich kann mit der Psychophonie sehr wenig anfangen. Für mich ist es eine zwar in gewissen Fällen wirksame Methode gegen Kopfschmerzen. ... Entspannen können sich Kopfwehpatienten, indem sie sich während derselben Zeit ansprechende beruhigende Musik anhören. Das hilft genauso gut wie Psychophonie!
Da bei Schmerzen derjenige Recht hat, welcher sie bessert oder gar beseitigt, lasse ich Sie und ihre Patienten im Glauben, die Psychofonie sei besser, Hauptsache sie hilft!"
Heiterer Blitz und Donnerschlag! durchfuhr es den kreativen Gerätebauer. Und das in einer Zeit, in der 70% der Bürger für mehr Komplementärmedizin einstehen. Nicht nur darin, dass man Psychofonie mit «ph» zu schreiben hat (damit man sie mit der Gesangstherapie in Frankreich verwechselt), man lässt uns und «unsere» Patienten «im Glauben», die Psychofonie sei besser. Statt unsere sorgfältigen Studien erst zu nehmen, tut man sie mit Ausrufezeichen als Pseudowissenschaft ab. Sind denn «unsere» Patienten nicht auch ihre Patienten? Sind denn nicht die meisten dieser Patienten schulmedizinisch austherapiert und von der Polypharmazie enttäuscht, viele schwer geschädigt, entzugsbedürftig, miserabel eingestellt, hilflos im Regen stehen gelassen? Wie deckt sich eine solche Abfuhr mit der vom Professor drei Jahre früher publizierten Sorge wegen «einer starken Zunahme der MUK-Prävalenz in den kommenden Jahren». Dreimal täglich 10 Minuten beruhigende Musik zu hören helfe genauso... Wie entwickelte sich die MUK-Krankeitshäufigkeit «insbesondere bei Jugendlichen», die täglich stundenlang Musikhören? Sind unsere Studien nur Tam-Tam? Dabei wurde randomisiert und doppelblind und multizentrisch[2] schon nachgewiesen, dass bereits eine Psychofonie nach patienteneigenem EEG statistisch signifikant besser wirkt im Vergleich zu Musik mit Klangfolgen, die ununterscheidbar gleich klingen. Wären die MUK-Betroffenen nicht schon von sich aus auf diese Möglichkeit gekommen, hätten sie sich nicht selbst mit Musik aus dem Elend geholfen, wenn das mit Musik funktionieren würde? Warum hat nicht jeder Neurologe eine musikalische Apotheke in seiner Praxis, wenn beruhigende Musik doch genauso hilft? Gibt es nicht Menschen, die mit aufreizenden Techno-Beats ihre Verspannungen lösen? Haben die Neurologen denn kein Verständnis dafür, dass bei der Kopfschmerz-Beseitigung mit Psychofonie eine vegetative Konditionierung stattfinden könnte, die wie bei der Dressur von Säugetieren 4 Monate braucht, bis sie sich verfestigt, während die Entspannungswirkung schon sofort nach Psychofonie-Therapiebeginn spürbar ist. - Solche Gedanken fuhren dem Medizinphysiker durch den Geist.
Sind die Migräneärzte nach vielen Jahren Ausbildung und Praxiserfahrung nicht einfach blind für das enorme Placebo-Potential des EEGs, das in der Psychofonie über das Gehör regularisierend wirkt? A priori bodigen sie folglich die Psychofoniemethode, «weil nicht sein kann, was nicht sein darf». Betroffenen Patienten indessen leuchtet ein solcher Zusammenhang oft unmittelbar ein. Selbst wenn aus heutiger Sicht der neurophysiologische Regelkreis über das vertonte EEG noch schwer verstanden werden kann – auch wenn die Black-Box der Umwandlung in Klänge geöffnet würde[3] – so liegt es doch auf der Hand, dass kein Biosignal so nah am subjektiven Erleben haftet und alle Beeinträchtigung durch Leiden und Schmerzen, aber auch die Selbstvergessenheit des gesunden Wohlbefindens so direkt und sekundenschnell auszudrücken vermag, wie das EEG. Das EEG ist das einzig messbare Abbild meines momentanen Befindens, das durch das vegetative System erzeugt wird in meinem innersten personalen Kern. Das EEG, in Musiknoten ausgedrückt, ist deshalb ein ideales Medium einer Selbstbegegnung, was zumindest einen heilenden Placebo-Effekt im besten Sinne wieder und wieder anstossen kann. Jeder Patient darf und soll wissen, dass in der Psychofonie sein ureigenes EEG dargereicht wird, ein Abbild von damals, als er und sie in einem bestmöglichen Zustand waren.
Das wirkt! Was nachgewiesen wurde! Nach 10 Jahren Psychofonie-Forschung gibt es keinen Grund mehr, diese Resultate zu verachten und die Wirkung kleinzureden. Es ist längst Fakt, man muss keinen Glauben bemühen. Wohl braucht es aber etwas weniger Voreingenommenkeit, dafür mehr Wertschätzung für das Elektroenzephalogramm, in welchem u.a. Petsche, Lehmann und Protesenkonstrukteure längst einen Ausdruck höherer und höchster Hirnfunktionen nachgewiesen haben.
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[1] Begriff in Anlehnung an James Lance, President of the International Headache Society 1987-89 und Preisträger der American Association for the Study of Headache. Es hat 50 Jahre gebraucht, bis die Neurologie anerkannte, dass die im Tierversuch gefundene Spreading-Depression oder kortikale Streudepolarisierung dasselbe wie eine Migräne-Aura ist, dass mit anderen Worten Tiere auch Migräne haben.
[2] Trinka E, Unterrainer J, Luthringshausen G, Iglseder B, Ladurner G, Loew T, Trzopek HG. An Auditory Electrophysiological Intervention in Migraine: A Randomized Placebo Controlled Add On Trial. J Neurotherapy 2002;6(2):21-30
[3] Das Verfahren der Psychofonie-Tonumwandlung wurde eigentlich in der oben erwähnten Doppelblind-Studie schon recht genau beschrieben. Hier ist dieser Text:


Tuesday, December 25, 2007
Marathon-Gebrauchsmusik
Schon der Rattenfänger von Hameln wusste, dass Musik mobil macht. Indem er sich anerbot, mit seiner Flöte die Stadt von den aufsässigen Nagern zu befreien, erwies er sich als Meister in einer besonderen Gebrauchsmusik: Wie auf Kommando huschten alle Ratten und Mäuse aus ihren Löchern dem musikalischen Entführer nach. Sie folgten ihm sogar in den benachbarten Fluss, wo sie elendiglich ertranken. Später waren es dann die Kinder der Stadt, die der Musiker betörte und entführte, aus Rache, weil man die Wirkung seiner Musik gering schätzte und ihn für die klingende Schädlingsbekämpfung nicht wie versprochen bezahlen wollte.[1]
Wer Waffengefährten rekrutieren will, muss zur Trommel greifen. Jeder Armeekommandant weiss um die wesensverändernde Kraft flotter Musik. In jedem Polizeikorps, sogar in Feuerwehren, erklingt Brass- und Jazz-Musik, um die Sinne zu aktivieren und um die Beine bei Bedarf in Bewegung zu versetzen. Der Extremkletterer Oswald Oelz summte stets einen Ohrenwurm, eine innere Melodie, die sich immer dann einstellte, wenn er mit besonderer Kraft und Ausdauer stundenlang stiegt. In den Baumwollfeldern der Südstaaten wurden a capella Worksongs skandiert.[2] Rhythmus stärkt den Arbeitseifer, den Korpsgeist oder gar den Kampfgeist, je nachdem. „Musik macht für viele das Laufen zur Lust“, titelt die NZZ.[3] An Volksläufen ist die Begleitmusik im Kopfhörer ein hierzulande toleriertes Motivationsmittel. Es macht die verbissene Lauf-Plackerei erträglich. Musik treibt an und verhindert, zu sehr auf seinen Körper zu horchen, der in Grenzsituationen nur zu gerne Übungsabbruch signalisiert. Musik am Marathon bewirkt eine völlig unbewusste Regularisierung autonomer Körperfunktionen, wodurch sich die Belastungsgrenzen erweitern lassen.
Mister Sony erschloss 1979 ein riesiges Konsumpotential, als er den Walkman erfand. Wer damals mit einem Kopfhörer herumlief, wurde anfangs belächelt, dann kopiert. Die Jungen entdeckten, dass in ihren Lieblingssongs eine Kraft steckt, um im Dschungel der Grossstadt mobil, bei Laune und bei sich selbst zu bleiben. Die Mikroelektronik verzehnfachte den Trend: Dank Internet, digitaler Kompression (MP3) und Miniaturisierung (iPod und ähnliche MP-Player) ist der persönliche Rhythmus heute überall wie Luft zum Atmen verfügbar. Heerscharen normaler Menschen wollen nicht mehr darauf verzichten – weil ihnen das Musikhören, das Hereinziehen der persönlichen Chillout-Melodie gut tut.
Übrigens: Psychofonie-Klangfolgen erweitern das Regenerations-Instrumentarium beträchtlich, denn die vom eigenen Ruhe-EEG abgeleiteten Klangfolgen erweisen sich als besonders wirksam, sogar bei Schmerzen, Migräne, nervösen Magendarmstörungen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Ähnlichem.
Und nun soll in den USA – man lese und staune – die persönliche musikalische Konditionierung in Volksläufen verboten werden. Läufer, die mit dem Knopf im Ohr erwischt werden, sind disqualifiziert.
Wer bekämpft(e) die Taliban? – Und was hatten diese Fundamentalisten verboten? Das Musikhören! Und nun kommt von der Anti-Taliban-Kultur das Musikverbot hausgemacht wieder zurück. Was in Kabul heute normal ist, wird nun in den USATF[4] verboten. Man forsche nach den Gründen. „Die Prämien der Haftpflichtversicherungen sind höher, wenn wir Musikgeräte zulassen“, wird der US-Marathon-Veranstalter zitiert. Aha! Wie schon weiland in Hameln, will man auch heute für die Kosten nicht gerade stehen. Was die Taliban religiös unterdrücken, unterbindet in den USA der Mammon. Leider sagt der Bericht nicht, was die Haftpflichtmathematiker befürchten, wenn sie am Marathon Musik zulassen. Ich vermute, dass es ein Missverständnis ist.
Musik und Rhythmus sind ein mächtiges Flussmittel, ein Lockerungs- und Befreiungsmedium im eigenen Körper, aber auch in Körperschaften und in der Gesellschaft. Wer solches verbietet, unterdrückt die Menschen, schafft Unfreiheit. Und: Der Takt im Laufen hat viel mit Musik zu tun. Vom Laufen zum Tanzen ist nur ein kleiner Schritt. Doch davon später!
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[1] Siehe Deutsche Sagen Nr. 245 von Brüder Grimm bei http://gutenberg.spiegel.de/; es gibt viele ähnliche Sagen über die spezifische Wirkung von Rhythmus und Klangfolgen, in allen Kulturen.
[2] Bei Wikipedia unter Worksong: Dadurch entstand ein starker Rhythmus, der den Arbeitsablauf leitete. Er hielt zum einen die Konzentration jedes Einzelnen aufrecht und sorgte zum andern für bessere Koordination der Bewegungen, lenkte alle Sänger von der Monotonie der Arbeit ab, erleichterte ihre gemeinsamen Bewegungsabläufe und steigerte so ihr Durchhaltevermögen. Oft wurden dieselben bekannten Melodien bei neuen Arbeiten mit neuen Texten unterlegt, um die schon eingearbeitete Gruppe zusammenzuhalten.
[3] NZZ am Sonntag vom 16. Dez. 2007, S. 59
[2] Bei Wikipedia unter Worksong: Dadurch entstand ein starker Rhythmus, der den Arbeitsablauf leitete. Er hielt zum einen die Konzentration jedes Einzelnen aufrecht und sorgte zum andern für bessere Koordination der Bewegungen, lenkte alle Sänger von der Monotonie der Arbeit ab, erleichterte ihre gemeinsamen Bewegungsabläufe und steigerte so ihr Durchhaltevermögen. Oft wurden dieselben bekannten Melodien bei neuen Arbeiten mit neuen Texten unterlegt, um die schon eingearbeitete Gruppe zusammenzuhalten.
[3] NZZ am Sonntag vom 16. Dez. 2007, S. 59
[4] http://www.usatf.org/ organisiert den Laufsport in den USA
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Tuesday, June 12, 2007
Der Patient als Arzt
Die Abberufung «meines» Chirurgen führte zu einer unverhofften Wartezeit, in welcher ich zwar von den Kardiologen verabschiedet wurde, mit eindeutiger Empfehlung mich jetzt operieren zu lassen, während die Chirurgen nichts von sich hören liessen. Eine gefährliche Zeit für einen schwer herzkranken Fall! Bin ich das aber wirklich? Gibt es einen Weg, dass der Kelch dieser grossen Herzoperation an mir vorüber geht? Zwar vermeide ich nun grosse Anstrengungen, lasse mich von meinen Angehörigen wenn nötig herumkutschieren, bewältige aber in Ruhe meinen alltäglichen Beruf mit umso grösserer Sorgfalt. Dank perfekter Fernwartungsmöglichkeit über das schnelle Internet kann ich viele Operationen an kranken Computern von meinem Schreibtisch aus erledigen.
Die Nachricht von der bevorstehenden Herzoperation zieht ihre Kreise und bringt mir unerwartetes Mitgefühl. Dass so viele Leute, auch solche, von denen ich es kaum erwartet hätte, an mich denken wollen, ja für mich beten, rührt mich sehr. Schwindelgefühle, die ich früher als eine vegetative Dystonie banalisierte, muss ich jetzt als das prominente Merkmal meiner Herzklappenschwäche deuten. Gerade heute überfiel mich nach dem Frühstück eine solche Schwäche. Wir haben uns eine professionelle Blutdruckmanschette zugelegt, und ich messe einen oberen Blutdruck von nur 85. Nach Kaffee und Honigbrot ist dies eindeutig zu wenig. Das Herz schaufelt zwar mit über 70 Systolen pro Minute, aber die Klappe leckt hochgradig und kann deshalb dem Gefässwiderstand nicht genügend Herzzeitvolumen entgegensetzen. Diese Vorstellung ist nicht aufbauend. Sie stärkt aber meine Einsicht in die Notwendigkeit dieser Operation.
Meine Blog-Leser erinnern sich, dass mich die Zweitmeinung durch meinen herzkundigen Hausarzt entscheidend motivierte, mich weiteren kardiologischen Tests zu unterziehen. In dieser Wartezeit komme ich zu einer unerwarteten professionellen Drittmeinung. Sie stammt ebenfalls von einem Hausarzt der Schulmedizin, einem älteren, erfahrenen Vertreter dieses Berufes, dem ich die Kardiologie meiner Herzklappe darlege. Da ich weiss, dass der Fachmann unkonventionelle Behandlungswege geht und eigene Auffassungen vertritt, solche einer naturnahen Medizin, fragte ich ihn, ob er einen Weg sieht, ohne Operation aus dem Problem herauszufinden. Ja, sagt er, sie müssen aber ihre Einstellung radikal ändern. Ich erzähle ihm, dass ich alles wissen wolle, was die Kardiologie und die grosse Herzoperation betrifft und dass ich schon jede Menge dazugelernt habe und dass mir dies helfe, die Angst abzubauen. Das ist das Verkehrteste, was Sie in Ihrer Situation tun können, versetzte er. Sie müssen in Ihrer Lage alles tun, um sich mit geistigen Heilkräften zu verbünden. Rasch kommen wir zur Rolle des Gebets, dem er offenbar zutraut, auch eine kalzifizierte, in ihrer Funktion schwer eingeschränkte Herzklappe zu heilen. Er meint, nicht die Gebetsmühle schaffe dies, aber ein inbrünstiger, persönlicher, energischer Rapport mit der Macht, die im Kern eines jeden Lebens stecke, die den Grund der ganzen Natur durchwirke, die das Leben selbst sei, könne dies schon richten.
Dem setze ich entgegen, dass ich aus der Kirche ausgetreten sei, weil ich die Ignoranz und die Unwahrheiten vieler ihrer Vertreter nicht länger ertragen habe. Meine Religion sei die Naturwissenschaft, um deren Grenzen ich freilich wisse. Einer Art Pantheismus sei ich nicht abhold, und ich wisse insbesondere, dass das Gefühl[i] und das Bewusstsein, das alles Leben durchwirke und leite, naturwissenschaftlich nicht erklärt sei. Dabei erfahre ich, dass er nicht als Vertreter einer bestimmten Glaubensrichtung argumentiert, sondern als Arzt, der schon manche spontane Heilung aus dem Geist erlebt habe. Der Geist sei doch in allen Dingen, in meinem Fall freilich bleibe nicht mehr viel Zeit. Etwas kleinlaut frage ich zurück, was ich denn noch tun könne vor einer allfälligen Operation, um die Kardiologen von einer spontanen Besserung der Klappenfunktion zu überzeugen. Der intelligente Arzt ringt um Antworten, er weiss, dass er mich nicht mit frommen Sprüchen abspeisen kann, und wir müssen lachen, trotz oder gerade wegen des Ernstes dieser Unterhaltung. Aber er lässt nicht von seinem Standpunkt ab, dass eine geistige Operation auch in meinem Falle möglich wäre. Offenbar denkt auch er, dass das Risiko einer grossen Herzoperation ein hoher Preis ist, der ans Lebendige und an den Rest meines Lebens geht. So geht die Rede hin und wider, bereits klopft der nächste Patient an seine Tür. Als ich noch einmal nachhake, was ich seiner Meinung nach nun konkret tun solle, empfiehlt er mir, ein Bild von Bruno Gröning unter das Kopfkissen zu legen. Dieser grosse Heiler ist zwar verstorben, aber er heilt noch immer. Und zum Schluss: Dann gehen Sie halt an Ihre Operation, ich wünsche Ihnen alles Gute.
Noch am selbigen Abend liegt ein Bild von Bruno Gröning unter meinem Kopfkissen. Fragen Sie mich nicht, ob ich daran glaube. Ich weiss es nicht, Gröning ist ein Fremder für mich. Aber das Bild, das nicht ohne Intensität ist, bleibt unter meinem Kopfkissen bis zur Operation. Schliesslich hat es mir ein Arzt empfohlen, der kein Scharlatan ist. –
Nicht um eine Spontanheilung der Klappe zu bewirken (es wäre vermessen, das von der Psychofonie zu erwarten), aber um die nötige Gelassenheit zu induzieren, um reflexartig zu entspannen und um Schmerzen zu mildern, um nach dem schweren und unvermeidlichen polypharmazeutischen Schock der Narkose das vegetative Gleichgewicht möglichst bald wiederzufinden, mache ich mir eine neue Psychofonie. Ich fühle mich sehr gut bei der Ableitung. Das EEG gelingt wunderschön, es ist weitgehend artefaktfrei. Mein Kopf komponiert die Musiknoten nach dem Psychofonie-Verfahren. Ein erstes thalamo-kortikales Lied von 6 Minuten wird mit Klavier, Glocken- und mit reibenden Horn-Klängen arrangiert. Letztere jagen mir zuweilen einen Schauder den Rücken hinab. Im zweiten Lied, mische ich die Noten des Psychofonie-EEGs mit scharfen Gitarren auf und bette es in ein hypnotisches Meeresrauschen. Wenn jede Krankheit ein musikalisches Problem ist, wie Novalis meint, dann trifft dies auch für meine Klappe zu. Bei der Heilung kann deshalb Musik entscheidend Einfluss nehmen.[ii] In der Psychofonie wird mir das Wohlgefühl aus einem entspannten Moment vor der Operation wieder zugeführt, wenn ich operiert bin. Ich darf erwarten, dass ich mit meiner persönlich abgestimmten Psychofonie die vegetative Anpassungsfähigkeit schneller zurück erlange. Und ich darf vielleicht sogar erwarten, dass dies nicht ohne positive Rückwirkung auf das Herz bleibt, bei der Wiederherstellung der natürlichen Puls-Schwankungsbreite[iii], die vom Sympathikus und vom Nervus vagus gegenläufig beeinflusst ist und die ein Merkmal kardialer Gesundheit und Robustheit ist.
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[i] Andreas Weber: Alles fühlt. Die Revolution der Lebenswissenschaften. Berlin Verlag, 2007, 350 S.
[ii] Siehe Oliver Sacks: Der Tag, an dem mein Bein fortging. rororo Sachbuch Nr. 18884, 1998.
[iii] Joachim Bauer: Das Gedächtnis des Köpers. Piper-Verlag, 2007, 271 S.; insbesondere 9. Kapitel: Körperliche Risiken von Stress und Depression: Auswirkungen auf Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Herztod.
Die Nachricht von der bevorstehenden Herzoperation zieht ihre Kreise und bringt mir unerwartetes Mitgefühl. Dass so viele Leute, auch solche, von denen ich es kaum erwartet hätte, an mich denken wollen, ja für mich beten, rührt mich sehr. Schwindelgefühle, die ich früher als eine vegetative Dystonie banalisierte, muss ich jetzt als das prominente Merkmal meiner Herzklappenschwäche deuten. Gerade heute überfiel mich nach dem Frühstück eine solche Schwäche. Wir haben uns eine professionelle Blutdruckmanschette zugelegt, und ich messe einen oberen Blutdruck von nur 85. Nach Kaffee und Honigbrot ist dies eindeutig zu wenig. Das Herz schaufelt zwar mit über 70 Systolen pro Minute, aber die Klappe leckt hochgradig und kann deshalb dem Gefässwiderstand nicht genügend Herzzeitvolumen entgegensetzen. Diese Vorstellung ist nicht aufbauend. Sie stärkt aber meine Einsicht in die Notwendigkeit dieser Operation.
Meine Blog-Leser erinnern sich, dass mich die Zweitmeinung durch meinen herzkundigen Hausarzt entscheidend motivierte, mich weiteren kardiologischen Tests zu unterziehen. In dieser Wartezeit komme ich zu einer unerwarteten professionellen Drittmeinung. Sie stammt ebenfalls von einem Hausarzt der Schulmedizin, einem älteren, erfahrenen Vertreter dieses Berufes, dem ich die Kardiologie meiner Herzklappe darlege. Da ich weiss, dass der Fachmann unkonventionelle Behandlungswege geht und eigene Auffassungen vertritt, solche einer naturnahen Medizin, fragte ich ihn, ob er einen Weg sieht, ohne Operation aus dem Problem herauszufinden. Ja, sagt er, sie müssen aber ihre Einstellung radikal ändern. Ich erzähle ihm, dass ich alles wissen wolle, was die Kardiologie und die grosse Herzoperation betrifft und dass ich schon jede Menge dazugelernt habe und dass mir dies helfe, die Angst abzubauen. Das ist das Verkehrteste, was Sie in Ihrer Situation tun können, versetzte er. Sie müssen in Ihrer Lage alles tun, um sich mit geistigen Heilkräften zu verbünden. Rasch kommen wir zur Rolle des Gebets, dem er offenbar zutraut, auch eine kalzifizierte, in ihrer Funktion schwer eingeschränkte Herzklappe zu heilen. Er meint, nicht die Gebetsmühle schaffe dies, aber ein inbrünstiger, persönlicher, energischer Rapport mit der Macht, die im Kern eines jeden Lebens stecke, die den Grund der ganzen Natur durchwirke, die das Leben selbst sei, könne dies schon richten.
Dem setze ich entgegen, dass ich aus der Kirche ausgetreten sei, weil ich die Ignoranz und die Unwahrheiten vieler ihrer Vertreter nicht länger ertragen habe. Meine Religion sei die Naturwissenschaft, um deren Grenzen ich freilich wisse. Einer Art Pantheismus sei ich nicht abhold, und ich wisse insbesondere, dass das Gefühl[i] und das Bewusstsein, das alles Leben durchwirke und leite, naturwissenschaftlich nicht erklärt sei. Dabei erfahre ich, dass er nicht als Vertreter einer bestimmten Glaubensrichtung argumentiert, sondern als Arzt, der schon manche spontane Heilung aus dem Geist erlebt habe. Der Geist sei doch in allen Dingen, in meinem Fall freilich bleibe nicht mehr viel Zeit. Etwas kleinlaut frage ich zurück, was ich denn noch tun könne vor einer allfälligen Operation, um die Kardiologen von einer spontanen Besserung der Klappenfunktion zu überzeugen. Der intelligente Arzt ringt um Antworten, er weiss, dass er mich nicht mit frommen Sprüchen abspeisen kann, und wir müssen lachen, trotz oder gerade wegen des Ernstes dieser Unterhaltung. Aber er lässt nicht von seinem Standpunkt ab, dass eine geistige Operation auch in meinem Falle möglich wäre. Offenbar denkt auch er, dass das Risiko einer grossen Herzoperation ein hoher Preis ist, der ans Lebendige und an den Rest meines Lebens geht. So geht die Rede hin und wider, bereits klopft der nächste Patient an seine Tür. Als ich noch einmal nachhake, was ich seiner Meinung nach nun konkret tun solle, empfiehlt er mir, ein Bild von Bruno Gröning unter das Kopfkissen zu legen. Dieser grosse Heiler ist zwar verstorben, aber er heilt noch immer. Und zum Schluss: Dann gehen Sie halt an Ihre Operation, ich wünsche Ihnen alles Gute.
Noch am selbigen Abend liegt ein Bild von Bruno Gröning unter meinem Kopfkissen. Fragen Sie mich nicht, ob ich daran glaube. Ich weiss es nicht, Gröning ist ein Fremder für mich. Aber das Bild, das nicht ohne Intensität ist, bleibt unter meinem Kopfkissen bis zur Operation. Schliesslich hat es mir ein Arzt empfohlen, der kein Scharlatan ist. –
Nicht um eine Spontanheilung der Klappe zu bewirken (es wäre vermessen, das von der Psychofonie zu erwarten), aber um die nötige Gelassenheit zu induzieren, um reflexartig zu entspannen und um Schmerzen zu mildern, um nach dem schweren und unvermeidlichen polypharmazeutischen Schock der Narkose das vegetative Gleichgewicht möglichst bald wiederzufinden, mache ich mir eine neue Psychofonie. Ich fühle mich sehr gut bei der Ableitung. Das EEG gelingt wunderschön, es ist weitgehend artefaktfrei. Mein Kopf komponiert die Musiknoten nach dem Psychofonie-Verfahren. Ein erstes thalamo-kortikales Lied von 6 Minuten wird mit Klavier, Glocken- und mit reibenden Horn-Klängen arrangiert. Letztere jagen mir zuweilen einen Schauder den Rücken hinab. Im zweiten Lied, mische ich die Noten des Psychofonie-EEGs mit scharfen Gitarren auf und bette es in ein hypnotisches Meeresrauschen. Wenn jede Krankheit ein musikalisches Problem ist, wie Novalis meint, dann trifft dies auch für meine Klappe zu. Bei der Heilung kann deshalb Musik entscheidend Einfluss nehmen.[ii] In der Psychofonie wird mir das Wohlgefühl aus einem entspannten Moment vor der Operation wieder zugeführt, wenn ich operiert bin. Ich darf erwarten, dass ich mit meiner persönlich abgestimmten Psychofonie die vegetative Anpassungsfähigkeit schneller zurück erlange. Und ich darf vielleicht sogar erwarten, dass dies nicht ohne positive Rückwirkung auf das Herz bleibt, bei der Wiederherstellung der natürlichen Puls-Schwankungsbreite[iii], die vom Sympathikus und vom Nervus vagus gegenläufig beeinflusst ist und die ein Merkmal kardialer Gesundheit und Robustheit ist.
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[i] Andreas Weber: Alles fühlt. Die Revolution der Lebenswissenschaften. Berlin Verlag, 2007, 350 S.
[ii] Siehe Oliver Sacks: Der Tag, an dem mein Bein fortging. rororo Sachbuch Nr. 18884, 1998.
[iii] Joachim Bauer: Das Gedächtnis des Köpers. Piper-Verlag, 2007, 271 S.; insbesondere 9. Kapitel: Körperliche Risiken von Stress und Depression: Auswirkungen auf Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Herztod.
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