Im Sommer 2020 ist das neue Psychofonie-Buch erschienen. Es umfasst 200 Seiten und erklärt die Psychofonie-Methode und ihre Anwendungen grundlegend und leicht fasslich. Besonders eindrücklich sind die vielen Fallbeispiele aus unserer nun 25-jährigen Erfahrung mit Psychofonie. Sie zeigen authentisch, wie sehr Psychofonie den NutzerInnen helfen konnte, ihre Leiden zu überwinden und im Leben wieder Tritt zu fassen. Wer sich kurz und bündig orientieren möchte, dem sei hier mein Buchvernissage-Vortrag dazu empfohlen. In einer Stunde kannst Du erfahren, wie traditionsreich und tief verankert in unserer westlichen Kultur und Forschung diese wunderbare Heilmethode ist.
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Monday, August 3, 2020
Friday, July 29, 2016
Thursday, October 7, 2010
Das Hirn ist kein Computer
Der Film über Psychofonie beginnt bei Minute 8:30 (Glider nach rechts vorschieben)
„Das Hirn ist kein Computer – es arbeitet wie ein Herz, nämlich rhythmisch“, sagte Daniel Jeanmonod, Neurochirurg am Universitätsspital-Zürich. In der Tat leiden in der Schweiz gegen 20000 Menschen an Rhythmusstörungen im Thalamus, einer walnussähnlichen Formation mitten im Hirn. Winzige Zellgruppen feuern dort dysrhythmisch, nicht im Takt, wodurch sie das riesige Nerven-Orchester des Thalamus empfindlich stören. Zwischen Hirnrinde und Thalamus steigen diese Rhythmusbotschaften auf und ab. Es gibt keine Funktion, die aus dem Hirn kommt, die nicht durch Thalamus-Rhythmen gesteuert ist! Über der Hirnrinde kann das Spiel durch den Schädel hindurch mit oberflächlichen EEG-Elektroden elektrisch abgehört werden. In diesem Orchester mitten im Gehirn sitzen zuweilen auch schlechte Musiker, die für scheinbar so verschiedene Leiden wie chronisch neurogene Schmerzen, Tinnitus, Formen der Epilepsie, Parkinson, Impulsstörungen, alle in heftigster Ausprägung, ursächlich verantwortlich sind. Jeanmonod schaltet sie mit Hitzesonden, neuerdings sogar unblutig mit Schallwellen aus, die aus 1000 Lautsprecherchen von aussen, durch den Schädel hindurch, den Thalamus kubikmillimetergenau treffen. Bemerkenswert ist, dass die Ausschaltung zwar plötzlich erfolgt, die Auflösung der Symptome aber Wochen dauern kann, bis im Thalamus ein neues Konzertprogramm einstudiert ist, das ohne diese störenden Musiker auskommt. Weil damit auch grosse Ängste verbunden sind, wird dieser Heilungsprozess psychotherapeutisch begleitet.
In der Psychofonie benützen wir einen ähnlichen Weg: Wir nehmen das EEG in einem Moment, wo es nicht durch Symptome gestört ist, wenn es dem Patienten gut geht also, und wandeln es in Schallwellen um. Dies geschieht im Labor mit dem Computer, dergestalt, dass eine Notenpartitur entsteht. Die Notenschrift hat sich seit Jahrhunderten für das Musikhören bewährt. Im Computer lassen wir Lieblingsinstrumente des Patienten die Notenlinien spielen und brennen davon einen Hör-CD, fertig ist das Musikament. PULS im SF1 hat neuerdings darüber berichtet (s. Film oben). Mit Psychofonie geht es wie nach der minimal invasiven Hirnoperation: Die Symptome werden immer kleiner, bis sie nach Wochen Hörtraining (sprich Psychotherapie) ganz wegbleiben. Sie verschwinden ganz einfach. Das kann erschrecken, wenn man jahrelang unter schwerster Migräne gelitten und nichts geholfen hat!
Solche Heilmethoden mögen traditionellen neurologischen Paradigmen widersprechen. Auf den zweiten Blick aber entsprechen Sie einem neueren Verständnis komplexer Natur, die auch im Hirn immer nach neuen Fliessgleichgewichten strebt. Die damit befasste Synergetik wurde von den besten Köpfen der Naturwissenschaft längst entdeckt. Es gibt, wie sie fanden, keinen Dirigenten, der im Thalamus den Taktstock schwingt, es ist das Ensemble selbst, das aus sich heraus das Wunder lebendiger Musik hervorbringt. In selbstähnlicher Entsprechung hebt die vielfach grössere Hirnrinde ebenso zu schwingen an. Es ist ein anerkanntes Todeszeichen, dass dieses EEG-Schwingen versiegt. Achtsame Menschen wissen, dass sie im Innersten Musik sind, so wie auch die Planeten und die Sterne singen. Die Heilung liegt im Wiederfinden der je eigenen Musik. Wenn jemand sagt, ich brauche keine Psychofonie, ich habe meine Musik, die mir hilft, Trost, Ruhe, Erholung, Schmerzlosigkeit und Heilung zu finden, antworte ich, das glaube ich Ihnen. Fahren Sie damit fort. Doch viele Menschen glauben nicht an die Kraft der richtigen Musik, oder wissen nicht, welche Musik für sie die Beste ist. Ihnen allen steht nun die Psychofonie zu Dienste. Seit 15 Jahren haben wir einen Weg erprobt, über welchen das wirksame Musikament individuell hergestellt werden kann, aus einem einzigen perönlichen EEG. Wir wissen aus Studien und Erhebungen, wovon wir sprechen. Für Menschen, die ihre eigene Psychofonie bekommen, ist es eine Art "nach Hause kommen", wenn sie es hören. Sie dürfen festhalten: So tönt mein Hirn, wenn es mir gut geht. Das wirkt! Wie sehr es wirkt, zeigt die neueste Studie im Originalartikel von Bruno Fricker und Burkhardt Seifert: Langzeiterfolge mit Psychofonie - Schmerzlinderung und Entspannung durch EEG-basierte Klangfolgen. Die schweizerische Arzt- & Spitalrevue, Nr. 1-2, 2010, S.48-50. (Link)
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Irène Dietschi: Operieren ohne Skalpell, Gehirnoperationen mit Ultraschall, 21. Juni 2009, NZZ am Sonntag (Link)
Daniel Jeanmonod: Hirnrhythmen in Gesundheit und Krankheit. Psychofonie-Symposium. 2001 (Link)
György Buzsáki: Rhythms of the Brain. Oxford University Press, 2006, 448 p.
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Monday, June 8, 2009
Berührungspunkt

Auf der Suche nach einem bessern Verständnis seiner Medizinphysik begegnet der Nachdiplomstudent in Psychofonie einem erfahrenen Kopfwehspezialisten. Die beiden hatten schon vor Jahren ein Problem mit einem neuen Messgerät für Aktionspotentiale gemeinsam gelöst und verstanden sich von da her nicht schlecht. Der Neurologe weiss die Kompetenz und Zuverlässigkeit des Medizinphysikers zu schätzen, der ihm in einer mehrstündigen Fernoperation über Nacht ein Computerprogramm wiederhergestellt hatte. Wäre dies nicht gelungen, hätte der Neurologe, der in jener Nacht unruhig schlief, frühmorgens eine Reihe von Patiententerminen absagen müssen, was ihm die Vorstadtklientel da und dort übelgenommen hätte. Schon während seines Studiums frönte der Medizinphysiker seiner beruflichen Leidenschaft, er baute medizinische Geräte, um in den Biosignalen versteckte Informationen darstellen zu können. Er gründete zu diesem Zweck eine eigene Firma, als seine Kollegen am Institut noch Doktorgrade anstrebten. Infolgedessen geniesst er heute die Ungebundenheit, fühlt aber den Stachel fehlender akademischer Würde, was ihn umso stärker an die medizinische Wissenschaft bindet. So umkreist und umkreist er die tollen Ergebnisse seiner Neurocomputer und seiner Kopfschmerz-Neurotherapie mit wissenschaftlichen Überlegungen und Narrenfreiheit, stellt Hypothesen auf, testet diese im Feldversuch, studiert die Geschichte der Neurophysiologie und findet, dass sich die hiesige Neurologie nicht angemessen entwickelte in Bezug auf die Vorgänge im Zwischenhirn und die von dort gesteuerten vegetativen Funktionen, trotz des Zürcher Nobelpreises anno 1949. Die Zwischenzeit wurde für adäquate Forschung definitiv zu wenig genutzt. Nicht zuletzt wegen der Shareholder entwickelte sie sich einseitig pharmakologisch. Sonst wäre heute viel mehr Verständnis vorhanden für die Psychofonie.
In dieser Zirkumambulation der brachliegenden vegetativen Medizin stiess der Student auf eine Arbeit über MUK des Kopfwehspezialisten. "Durch Medikamenten-Überkonsum verursachte Kopfschmerzen (MUK) kommen bei rund 1% der Gesamtbevölkerung vor", liess dieser verlauten und setzte hinzu, "mit einer starken Zunahme der Prävalenz in den kommenden Jahren (heute) ist insbesondere bei Jugendlichen zu rechnen... Therapie der Wahl ist der Entzug des verursachenden Medikaments." Diese Paradoxie hatte den Nachdiplomstudenten in Psychofonie schon immer schwer irritiert, die Medizin gibt die Medikamente, die sie später wieder entziehen muss. Ist es der Wissenschaft und Weisheit letzter Schluss, so zu (be-)handeln? Offenbar schon, denn die offiziellen Richtlinien der Kopfwehtherapie lassen sich genau so lesen. Frei denkende Forscher, etwa der grosse Migränekenner Oliver Sacks, bezeichnet dieses Vorgehen als «irrwitzige Polypharmazie»[1]. Man muss wissen, dass des Medizinphysikers liebstes Kind die Psychofonie ist, die unter anderem selbst ein wirksames Migränemittel ist, und erst noch eines, das sich vom EEG und damit von der funktionellen Organisation des Zwischenhirns herleitet. Die Veröffentlichung über MUK ist dem Medizinphysiker deshalb wie ein ermutigender Fingerzeig vorgekommen. Wagte hier ein Kopfwehspezialist seinen Kollegen die Stirn zu bieten? Deshalb schrieb der Medizinphysiker eine E-Mail und sprach den Kopfwehspezialisten auf den neuen Berührungspunkt an. Die Antwort kam, aber anders als erwartet (Antwortmail hier gekürzt):
„... Ich kann mit der Psychophonie sehr wenig anfangen. Für mich ist es eine zwar in gewissen Fällen wirksame Methode gegen Kopfschmerzen. ... Entspannen können sich Kopfwehpatienten, indem sie sich während derselben Zeit ansprechende beruhigende Musik anhören. Das hilft genauso gut wie Psychophonie!
Da bei Schmerzen derjenige Recht hat, welcher sie bessert oder gar beseitigt, lasse ich Sie und ihre Patienten im Glauben, die Psychofonie sei besser, Hauptsache sie hilft!"
Heiterer Blitz und Donnerschlag! durchfuhr es den kreativen Gerätebauer. Und das in einer Zeit, in der 70% der Bürger für mehr Komplementärmedizin einstehen. Nicht nur darin, dass man Psychofonie mit «ph» zu schreiben hat (damit man sie mit der Gesangstherapie in Frankreich verwechselt), man lässt uns und «unsere» Patienten «im Glauben», die Psychofonie sei besser. Statt unsere sorgfältigen Studien erst zu nehmen, tut man sie mit Ausrufezeichen als Pseudowissenschaft ab. Sind denn «unsere» Patienten nicht auch ihre Patienten? Sind denn nicht die meisten dieser Patienten schulmedizinisch austherapiert und von der Polypharmazie enttäuscht, viele schwer geschädigt, entzugsbedürftig, miserabel eingestellt, hilflos im Regen stehen gelassen? Wie deckt sich eine solche Abfuhr mit der vom Professor drei Jahre früher publizierten Sorge wegen «einer starken Zunahme der MUK-Prävalenz in den kommenden Jahren». Dreimal täglich 10 Minuten beruhigende Musik zu hören helfe genauso... Wie entwickelte sich die MUK-Krankeitshäufigkeit «insbesondere bei Jugendlichen», die täglich stundenlang Musikhören? Sind unsere Studien nur Tam-Tam? Dabei wurde randomisiert und doppelblind und multizentrisch[2] schon nachgewiesen, dass bereits eine Psychofonie nach patienteneigenem EEG statistisch signifikant besser wirkt im Vergleich zu Musik mit Klangfolgen, die ununterscheidbar gleich klingen. Wären die MUK-Betroffenen nicht schon von sich aus auf diese Möglichkeit gekommen, hätten sie sich nicht selbst mit Musik aus dem Elend geholfen, wenn das mit Musik funktionieren würde? Warum hat nicht jeder Neurologe eine musikalische Apotheke in seiner Praxis, wenn beruhigende Musik doch genauso hilft? Gibt es nicht Menschen, die mit aufreizenden Techno-Beats ihre Verspannungen lösen? Haben die Neurologen denn kein Verständnis dafür, dass bei der Kopfschmerz-Beseitigung mit Psychofonie eine vegetative Konditionierung stattfinden könnte, die wie bei der Dressur von Säugetieren 4 Monate braucht, bis sie sich verfestigt, während die Entspannungswirkung schon sofort nach Psychofonie-Therapiebeginn spürbar ist. - Solche Gedanken fuhren dem Medizinphysiker durch den Geist.
Sind die Migräneärzte nach vielen Jahren Ausbildung und Praxiserfahrung nicht einfach blind für das enorme Placebo-Potential des EEGs, das in der Psychofonie über das Gehör regularisierend wirkt? A priori bodigen sie folglich die Psychofoniemethode, «weil nicht sein kann, was nicht sein darf». Betroffenen Patienten indessen leuchtet ein solcher Zusammenhang oft unmittelbar ein. Selbst wenn aus heutiger Sicht der neurophysiologische Regelkreis über das vertonte EEG noch schwer verstanden werden kann – auch wenn die Black-Box der Umwandlung in Klänge geöffnet würde[3] – so liegt es doch auf der Hand, dass kein Biosignal so nah am subjektiven Erleben haftet und alle Beeinträchtigung durch Leiden und Schmerzen, aber auch die Selbstvergessenheit des gesunden Wohlbefindens so direkt und sekundenschnell auszudrücken vermag, wie das EEG. Das EEG ist das einzig messbare Abbild meines momentanen Befindens, das durch das vegetative System erzeugt wird in meinem innersten personalen Kern. Das EEG, in Musiknoten ausgedrückt, ist deshalb ein ideales Medium einer Selbstbegegnung, was zumindest einen heilenden Placebo-Effekt im besten Sinne wieder und wieder anstossen kann. Jeder Patient darf und soll wissen, dass in der Psychofonie sein ureigenes EEG dargereicht wird, ein Abbild von damals, als er und sie in einem bestmöglichen Zustand waren.
Das wirkt! Was nachgewiesen wurde! Nach 10 Jahren Psychofonie-Forschung gibt es keinen Grund mehr, diese Resultate zu verachten und die Wirkung kleinzureden. Es ist längst Fakt, man muss keinen Glauben bemühen. Wohl braucht es aber etwas weniger Voreingenommenkeit, dafür mehr Wertschätzung für das Elektroenzephalogramm, in welchem u.a. Petsche, Lehmann und Protesenkonstrukteure längst einen Ausdruck höherer und höchster Hirnfunktionen nachgewiesen haben.
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[1] Begriff in Anlehnung an James Lance, President of the International Headache Society 1987-89 und Preisträger der American Association for the Study of Headache. Es hat 50 Jahre gebraucht, bis die Neurologie anerkannte, dass die im Tierversuch gefundene Spreading-Depression oder kortikale Streudepolarisierung dasselbe wie eine Migräne-Aura ist, dass mit anderen Worten Tiere auch Migräne haben.
[2] Trinka E, Unterrainer J, Luthringshausen G, Iglseder B, Ladurner G, Loew T, Trzopek HG. An Auditory Electrophysiological Intervention in Migraine: A Randomized Placebo Controlled Add On Trial. J Neurotherapy 2002;6(2):21-30
[3] Das Verfahren der Psychofonie-Tonumwandlung wurde eigentlich in der oben erwähnten Doppelblind-Studie schon recht genau beschrieben. Hier ist dieser Text:


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